Die Murg - eine abwechslungsreiche Flusslandschaft
Zwei kleine Bäche - ein Fluss - die Murg...
Im nördlichen Schwarzwald gelegen, zieht sich das Murgtal von Baiersbronn über Forbach, Weisenbach, Gernsbach, Gaggenau, Kuppenheim bis hin nach Rastatt. Zwei Quellflüsse, die in der Nähe des Schliffkopfes an der Schwarzwaldhochstraße entspringen, die Rote Murg und die Rechte (Weiße) Murg vereinen sich in Obertal (Baiersbronn) zur Murg. Nach 72,3 Kilometern mündet die Murg bei Steinmauern in die ewigen durstigen Arme des Rheins.
Die Murg als Freizeitparadies
Die Murg bietet wunderschöne Badeplätze. Immer wieder bildet das Wasser größere "Gumpen", die zum Schwimmen einladen. Wer möchte, kann das Murgbett von Stein zu Stein hüpfend erkunden und so von einem Badeplatz zum anderen gelangen. Vor allem für Kinder bietet die Murg einen wunderbaren Natur-Spielplatz. Möglich ist dies zwischen Raumünzach und Forbach, da dort die Murg noch in ihrem ursprünglichen Bett fließt.
Ein Fisch in der Murg - Künstler und ihre Identität zur Murg
Finden Sie heraus wo der Fisch in der Murg steckt? Wir verraten es nicht. Wer den Fisch sieht, wundert sich, wie er wohl in die Murg gekommen ist. Ein Künstler aus Forbach, Valentin Götz, hat das Kunstwerk in der Murg in einen Granitstein gemeißelt. Eine unglaubliche Leistung, wenn man bedenkt, dass Granit zu den härtesten Gesteinsarten und die Murg nicht gerade zu den warmen Gewässern zählt.
Kajakfahren in der Murg
Bei Kajakfahrern gehört die Murg zum Geheimtipp. Vor allem im Frühjahr, wenn Schneeschmelze oder Winterhochwasser den Wasserpegel steigen lassen, tummeln sie sich auf der Murg. Mit ihren kleinen wendigen Booten überwinden sie mühelos Stromschnellen und kleine Wehre. Da sich die Murg bei Hochwasser zu einem reißenden Wildwasserstrom verwandelt, ist die Sportart nicht ganz ungefährlich.
Eine Holzbrücke über die Murg in Forbach
Seit 1778 wird das Ortsbild von Forbach von der überdachten Holzbrücke bestimmt. Die heutige Brücke stammt allerdings aus dem Jahre 1955. Sie wurde nach den Originalplänen der ursprünglichen, fast 200 Jahre alten Holzbrücke erbaut. Damit das Hochwasser die Brücke nicht gefährdet, bedurfte es einer komplizierten Konstruktion ohne Zwischenpfeiler. Die Brücke dient nicht nur den Fußgängern zur Überquerung der Murg, auch für Autos ist sie zugelassen.
Frisches Quellwasser aus den Seitentälern der Murg
Zahlreiche Bäche speisen die Murg mit frischem Quellwasser. Sie entspringen in den Seitentälern, welche vor ca. 300 Jahren von den Einwohnern gerodet und in Heuwiesen umgewandelt wurden. Tiroler Einwanderer brachten die Bauweise der kleinen Heuhüttchen mit. Das Bachwasser diente früher zur Bewässerung der Wiesen. Heute zählen die Heuhüttentäler zu einer einzigartigen Kulturlandschaft im Schwarzwald und sind bei Wanderern äußerst beliebt. Zahlreiche Rundwege führen durch die Täler.
Die Murg zwischen Forbach und Weisenbach
Noch immer muss sich die Murg ihren Weg durch ein felsiges Gebirge bahnen. Tief eingegraben in Schluchten windet sich das Murgbett um so manche Kurve. Autos und Züge überqueren die Murg über schwindelerregend hohe Viadukte oder moderne Stahlbetonbrücken. Der Bau der Eisenbahnlinie zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte zu den Pionierleistungen der Murgtäler. Heute verkehrt auf dieser Strecke die Stadtbahn.
Weisenbach
Hoch über der Murg thront die kleine Wendelinuskapelle, das Wahrzeichen des Dorfes. Nirgendwo im Verlauf der Murg liegen der Fahrradweg "Tour de Murg", die Straße und die Eisenbahnschienen so dicht nebeneinander wie im Nadelöhr bei Weisenbach.
Die Murg bei Gernsbach
Die Perle des Murgtals, wie das Städtchen Gernsbach auch genannt wird, erstreckt sich malerisch entlang der Murg. Hier fließt die Murg ruhig und gemächlich in ihrem Bett. Schon zur Zeit der Flößer wußten die Einwohner des Städtchens den Holzreichtum sowie den Fluß als Transportmittel für das Holz gut zu nutzen. In Gernsbach wurde die erste Genossenschaft Deutschlands gegründet, die Murgschifferschaft, die heute noch große Wälder verwaltet.
Eine Floßfahrt auf der Murg
Einmal jährlich im September können Besucher beim Altstadtfest Gernsbach eine Floßfahrt auf der Murg erleben. Die Flößer erinnern damit an die Geschichte der Murgtalflößer aber auch an die Geschichte der Murgschifferschaft, deren Blütezeit im 19. Jahrhundert auch der Stadt Gernsbach ansehnlichen Reichtum verschafft hat. Noch heute zeugen davon imposante Bauten in der Altstadt, wie z. B. das Alte Rathaus.
Was hat ein Teebeutel mit der Murg zu tun?
Ganz einfach: Er wird hier hergestellt. Nachdem die Industrialisierung um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert ins Murgtal einzog, siedelten sich viele Papierfabriken an, welche bekanntlicherweise viel Wasser und Holz für die Herstellung des Papiers benötigen. Noch heute werden Millionen von Teebeuteln im Murgtal hergestellt. Denken Sie das nächste Mal beim Übergießen des Teebeutels einfach kurz an die Ferienregion "Im Tal der Murg" und der Tee schmeckt noch mal so gut!
Bei Hörden öffnet sich das Murgbett
Gemächlicher fließt nun die Murg durch das breite Flussbett. Sie gleitet im Glitzern der Sonne friedlich dahin. Der breite Murgdamm wird von vielen Menschen als Spazierweg genutzt. Zur Zeit der Flößerei wurden in Hörden die Baumstämme gesammelt, zu Flößen zusammen gebunden und auf die Reise über den Rhein in Richtung Holland geschickt. Viele Werkzeuge und Zeugnisse jener Zeit befinden sich heute im Flößermuseum "Haus Kast" in Hörden.
Wehre in der Murg - Murgstufen in Gaggenau
Die Murgstufen im Stadtzentrum in Gaggenau sind nur eine der zahlreichen Wehranlagen, welche die Murg zu überwinden hat. Hier rauscht die Murg unaufhörlich über mehrere Stufen abwärts. Während ihres Verlaufs wird das Wasser der Murg mehrfach zur Stromgewinnung genutzt. Aber auch die Industrieanlagen im Tal haben sich am Flussufer angesiedelt.
Gaggenau
In Gaggenau überspannen acht Brücken und sechs Rad- und Fußgängerstege die Murg. Der Glasersteg für Fußgänger zwischen Gaggenau und dem Stadtteil Bad Rotenfels gehört zur ehemaligen "Glashüttensiedlung". Diese Siedlung wurde Anfang der 70er Jahre des 18. Jahrhunderts direkt an der Murg angelegt, weil das notwendige Brennholz damals über den Wasserweg auf der Murg antransportiert werden konnte.
Hier in Kuppenheim fließt die Murg schnur stracks in Richtung Mündung. Das Murgbett ist bereits seit einigen Kilometern begradigt. Der Fluss benötigt hier viel Platz an der Uferzone, um bei Hochwasser Überschwemmungen im Siedlungbereich zu verhindern, denn unterwegs wurde er von vielen kleinen Bächen gespeist.
Die Murg fließt in den Rhein
Nach ihrem interessanten und abwechslungsreichen Verlauf durch steile Schluchten, über riesige Felsbrocken, entlang an Wiesen und Wäldern, Dörfern und Städten ist die Murg nach 72 Kilometer an ihrem Ziel angekommen - sie mündet bei Steinmauern in den Rhein und hat insgesamt einen Höhenunterschied von 595 Metern erfahren. (Luftaufnahme von Lothar Neumann)
Die Hofwaldschlut ist eine alte Murgschlinge, welche seit dem Ausbau der Murg im 18. Jahrhundert im Dornröschenschlaf liegt. Dieser wertvolle Lebensraum soll nachhaltig durch die Anbindung an den Riedkanal erhalten werden. Für Amphibien werden zusätzliche Kleingewässer angelegt.







